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Patagonia: Gründer verschenkt Firma für den Umweltschutz

Fast 50 Jahre ist es her, dass der US-Amerikaner Yvon Chouinard seine uns allen wohlbekannte Firma Patagonia gründete. Und zwar aus der Not heraus. 1973 stellte der begeisterte Kletterer Chouinard fest, dass es keine strapazierfähige und bequeme Kletter-Kleidung gab. Eine Marktlücke, die Chouinard erkannte und beherzt besetzte. Inzwischen ist die Firma, die sich immer noch im Familienbesitz befindet, angeblich rund drei Milliarden Doller wert und erwirtschaftet jedes Jahr einen Gewinn von etwa 100 Millionen Dollar. Soweit so beeindruckend. Besonders macht die Firma unter anderem ihr Engagement für den Umweltschutz sowie ihre klare Haltung zu aktuellen Themen. Seit vielen Jahrzehnten spendet Patagonia ein Prozent seines Umsatzes und während der Amtszeit von Donald Trump fanden sich dezente Hinweise auf den Etiketten der Kleidungsstücke („Vote the assholes out“).

Den wohl radikalsten und sensationellsten Schritt haben der 83jährige Chouinard und seine Familie allerdings vor einigen Tagen gewagt. Chouinard, seine Frau und seine beiden erwachsenen Kinder haben ihre Anteile an Patagonia verschenkt. Dabei teilen sich die neuen Besitzverhältnisse nun wie folgt auf: Die stimmrechtslosen Anteile an Patagoina werden dem „Holdfast Collective“ übertragen, die als gemeinnützige Organisation dem Klimaschutz und dem Schutz der Artenvielfalt verpflichtet ist. Agieren kann sie mit dem Gewinn von Patagonia, der nicht in die Firma reinvestiert wird. Somit dürften dem Collective jährlich wohl einige Dutzend Millionen Dollar zur Verfügung stehen.

Die stimmberechtigten Anteile an Patagonia mit Sitz in Kalifornien werden an die „Patagonia Purpose Trust“ übertragen, die damit den selbst auferlegten Pflichten der Firma unterliegt und den Konzern weiterführt. Sowohl die Familie Chouinard wie auch der aktuelle CEO bleiben allerdings an Bord und leiten die Geschicke weiter.

Chouinard selbst kommentiert den Schritt seiner Familie mit „Ab sofort ist die Erde unsere einzige Anteilseignerin“. Damit liegen natürlich auch die Gründe für den radikalen Schritt spätestens jetzt auf der Hand: Patagonia soll zukünftig noch viel mehr für den Umweltschutz tun können, die Belange der Mutter Erde über alle anderen stellen.

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